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Wohnung mit WBS finden: So funktioniert die Suche mit Wohnberechtigungsschein

Wie du einen WBS beantragst, wo geförderte Wohnungen inseriert werden und worauf du bei der Bewerbung mit Wohnberechtigungsschein achten musst.

Wer in Berlin, München oder Köln eine Wohnung sucht, kennt das Problem: Auf eine normale Anzeige antworten innerhalb der ersten Stunde oft schon 40 oder 50 Interessenten. Mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) hast du Zugang zu einem Markt, den die meisten davon gar nicht sehen dürfen: geförderte Wohnungen mit gedeckelter Miete, oft 20 bis 40 Prozent unter dem ortsüblichen Preis. Das Problem ist nur, dass dieser Markt kaum sichtbar ist und wer ihn nicht kennt, sucht monatelang ins Leere.

Dieser Artikel zeigt, wie du an den WBS kommst, wo geförderte Wohnungen tatsächlich inseriert werden und wie du dich als WBS-Inhaber richtig bewirbst.

Was ein WBS ist und wer ihn bekommt

Der Wohnberechtigungsschein ist ein amtliches Dokument, das dir bescheinigt, dass du Anspruch auf eine öffentlich geförderte Wohnung hast. Ausgestellt wird er vom Wohnungsamt deiner Stadt oder Gemeinde, in Berlin zum Beispiel vom zuständigen Bezirksamt, in München vom Amt für Wohnen und Migration.

Ob du berechtigt bist, hängt von deinem Haushaltseinkommen ab. Die Einkommensgrenzen unterscheiden sich je nach Bundesland und Haushaltsgröße, als grobe Orientierung gilt in vielen Bundesländern für einen Ein-Personen-Haushalt eine Bruttoeinkommensgrenze von rund 18.000 bis 24.000 Euro im Jahr, für einen Zwei-Personen-Haushalt entsprechend mehr. Wer Bürgergeld bezieht, erfüllt die Einkommensgrenze in aller Regel automatisch, da das anrechenbare Einkommen entsprechend niedrig ist. Auch Studierende mit BAföG, Rentner mit kleiner Rente oder Alleinerziehende in Teilzeit liegen häufig darunter.

Wichtig: Ein WBS ist keine Garantie auf eine Wohnung, sondern die Eintrittskarte in einen Bewerbungsprozess, bei dem du überhaupt mitspielen darfst.

WBS beantragen: die Schritte

  1. Formular besorgen. Jede Stadt hat ein eigenes Antragsformular, meist als PDF auf der Website des Wohnungs- oder Bürgeramts.
  2. Einkommensnachweise sammeln. Verlangt werden in der Regel die letzten drei Gehaltsabrechnungen, der letzte Einkommensteuerbescheid, bei Bürgergeld der aktuelle Bewilligungsbescheid.
  3. Weitere Unterlagen beilegen. Personalausweis, Meldebescheinigung, bei Bedarf Schwerbehindertenausweis oder Nachweis über Kinder im Haushalt, da beides den Anspruch auf mehr Wohnfläche oder eine höhere Dringlichkeitsstufe erhöhen kann.
  4. Beim Wohnungsamt einreichen. Persönlich, per Post oder in vielen Städten mittlerweile online.
  5. Warten. Die Bearbeitung dauert je nach Stadt zwischen zwei und acht Wochen. In Berlin und München, wo die Ämter stark ausgelastet sind, solltest du eher mit sechs bis acht Wochen rechnen.

Der WBS ist danach ein Jahr gültig, in manchen Bundesländern auch länger. Läuft er ab, musst du ihn neu beantragen, das Verfahren ist beim zweiten Mal aber meist schneller, weil die Ämter deine Unterlagen teilweise schon kennen.

Es gibt zwei Varianten: den WBS ohne Einkommensgrenzenzusatz und den WBS mit besonderem Wohnbedarf, etwa bei Behinderung, hoher Dringlichkeit durch Wohnungsverlust oder Familien mit vielen Kindern. Letzterer öffnet dir Zugang zu noch mehr Wohnungen und wird bei der Vergabe oft bevorzugt behandelt.

Wo geförderte Wohnungen tatsächlich inseriert werden

Der größte Irrtum bei der WBS-Wohnungssuche ist zu glauben, es gäbe eine zentrale Liste. Die gibt es nicht. Geförderte Wohnungen tauchen an mehreren Stellen auf, oft gleichzeitig, oft nur kurz:

  • Städtische Wohnungsportale. Berlin hat mit dem Portal der städtischen Wohnungsbaugesellschaften (degewo, Gewobag, Howoge, Stadt und Land und andere) eine gemeinsame Übersicht. München betreibt ein eigenes Portal für geförderten Wohnraum. Fast jede größere Stadt hat so ein Angebot, meist unter einem Namen wie "Wohnungsbörse" oder "Sozialwohnungen [Stadtname]".
  • Genossenschaften. Viele Wohnungsgenossenschaften vermieten einen Teil ihres Bestands als WBS-Wohnungen. Der Haken: Oft musst du zuerst Genossenschaftsanteile zeichnen, teilweise mehrere hundert bis über tausend Euro, bevor du dich überhaupt bewerben kannst.
  • Kleinanzeigen.de. Auch private Vermieter mit gefördertem Bestand oder Vermieter, die eine WBS-Wohnung schnell loswerden wollen, inserieren dort. Der Vorteil: Kleinanzeigen ist die reichweitenstärkste Plattform, entsprechend erscheinen dort Wohnungen, die auf städtischen Portalen gar nicht auftauchen. Der Nachteil: Die Anzeigen sind zwischen tausenden anderen Wohnungsinseraten versteckt, und wer nicht sofort reagiert, ist zu spät.
  • Wohnungsbaugesellschaften direkt. Viele große Vermieter wie Vonovia, Deutsche Wohnen oder lokale Träger haben eigene Interessentenlisten, in die du dich eintragen kannst.

Die praktische Konsequenz: Du musst an mehreren Stellen gleichzeitig suchen, und bei Kleinanzeigen entscheidet Geschwindigkeit. Eine passende WBS-Wohnung mit gedeckelter Miete von, sagen wir, 7,50 Euro pro Quadratmeter statt 14 Euro ortsüblich, ist online oft schon nach 20 bis 30 Minuten mit genügend Anfragen versorgt, dass der Vermieter die Anzeige offline nimmt.

Genau da wird die manuelle Suche zum Problem: Niemand aktualisiert alle zehn Minuten Kleinanzeigen neben Job und Familie. Mietando übernimmt das im Hintergrund, durchsucht Kleinanzeigen fortlaufend nach deinen Kriterien und schreibt dir sofort eine persönliche Anfrage vor, die du aus deinem eigenen Kleinanzeigen-Konto verschickst. Damit bist du bei den wenigen WBS-Anzeigen, die überhaupt online landen, unter den Ersten und nicht der Fünfzigste in der Warteschlange.

Bewerbung mit WBS: worauf Vermieter achten

Wenn du dich auf eine geförderte Wohnung bewirbst, willst du nicht nur "irgendeine" Bewerbung schicken, sondern eine, die zeigt, dass du die Sache verstanden hast.

Den WBS immer mitschicken, nicht nur erwähnen. Eine Kopie oder ein Foto des gültigen Wohnberechtigungsscheins gehört in jede Bewerbung. Achte darauf, dass die eingetragene Wohnungsgröße und Zimmerzahl zur Anzeige passt, viele WBS sind auf eine bestimmte Wohnungsgröße begrenzt, etwa maximal 2 Zimmer und 60 Quadratmeter für einen Ein-Personen-Haushalt.

Selbstauskunft und Schufa trotzdem bereithalten. Auch bei geförderten Wohnungen verlangen die meisten Vermieter die üblichen Unterlagen: Verdienstbescheinigung oder Bürgergeldbescheid, Schufa-Auskunft, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung der letzten Vermietung. Wer diese Mappe schon vorbereitet hat, kann sofort reagieren statt erst tagelang Dokumente zu sammeln.

Kurz und konkret anfragen. Vermieter geförderter Wohnungen bekommen genauso viele Anfragen wie bei freifinanzierten Wohnungen, manchmal mehr, weil der Preis attraktiv ist. Eine Nachricht, die in drei bis vier Sätzen sagt, wer du bist, dass der WBS passt und wann du einziehen könntest, wird eher gelesen als ein langer Fließtext.

Häufige Fragen

Kann ich mich auch ohne fertigen WBS schon auf Wohnungen bewerben?

Ja, in vielen Fällen reicht zunächst der Nachweis, dass du den WBS beantragt hast, etwa die Eingangsbestätigung des Amts. Manche Vermieter akzeptieren das für die Bewerbungsphase, verlangen den fertigen Schein aber spätestens vor Vertragsunterschrift. Frag im Zweifel direkt beim Vermieter nach, ob eine Bestätigung des Antrags ausreicht.

Gilt mein WBS auch in einer anderen Stadt oder einem anderen Bundesland?

Das kommt auf den Schein an. Ein WBS ist grundsätzlich für das ausstellende Bundesland gültig, in manchen Fällen sogar nur für die Kommune. Ziehst du in ein anderes Bundesland, musst du in der Regel einen neuen WBS beantragen. Innerhalb desselben Bundeslandes, etwa von München nach Nürnberg, ist der bayerische WBS meist landesweit gültig.

Wie lange dauert es normalerweise, bis man mit WBS eine Wohnung findet?

Realistisch solltest du mit mehreren Monaten rechnen, in stark angespannten Märkten wie Berlin oder München auch mit sechs bis zwölf Monaten. Das liegt weniger am WBS selbst als am knappen Angebot an gefördertem Wohnraum. Wer sich parallel bei mehreren Wohnungsbaugesellschaften einträgt, Genossenschaften kontaktiert und bei Kleinanzeigen schnell reagiert, verkürzt die Suche spürbar.