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SCHUFA-Auskunft für Vermieter beantragen: Welche Variante du wirklich brauchst

SCHUFA-BonitätsCheck oder Vermieterbescheinigung? Wir erklären die Unterschiede, Kosten und wie du die Auskunft in wenigen Minuten online beantragst.

Du stehst auf einer Wohnungsbesichtigung, der Vermieter fragt nach einer "aktuellen SCHUFA" und du nickst, obwohl du gerade nicht sicher bist, welche der drei Auskünfte auf der SCHUFA-Webseite gemeint ist. Genau diese Verwirrung kostet Bewerber Zeit, und bei einer gefragten Wohnung entscheiden oft Stunden. Hier ist die Auflösung: Es gibt nur eine Variante, die Vermieter wirklich sehen wollen, und die bekommst du in der Regel in weniger als zehn Minuten.

Die drei SCHUFA-Produkte im Überblick

Auf schufa.de tauchen mehrere Angebote auf, die auf den ersten Blick ähnlich klingen. Für die Wohnungssuche sind aber nur zwei davon relevant, das dritte solltest du ignorieren.

1. Die SCHUFA-BonitätsAuskunft (die Vermieterbescheinigung)

Das ist das Dokument, das gemeint ist, wenn ein Vermieter "SCHUFA-Auskunft" sagt. Offiziell heißt es SCHUFA-BonitätsAuskunft, umgangssprachlich auch Mietbescheinigung oder Vermieterbescheinigung genannt. Sie zeigt genau das, was ein Vermieter sehen darf und muss: deinen Namen, deine Adresse und eine Bonitätsklasse (zum Beispiel "geringes Risiko"), aber keine einzelnen Vertragsdaten wie welchen Handyvertrag du hast oder wie hoch dein Dispo ist. Kostenpunkt: 3,95 Euro als Einzelabruf online, ausgestellt in der Regel sofort nach Identifikation per Ausweis und Video-Ident oder PostIdent. Genau dieses Dokument, meist als PDF zum Ausdrucken, ist es, das du der Bewerbungsmappe beilegst.

2. Die kostenlose Datenübersicht nach Artikel 15 DSGVO

Einmal im Jahr kannst du bei der SCHUFA eine vollständige Übersicht aller gespeicherten Daten kostenlos anfordern. Das klingt verlockend, ist für die Wohnungssuche aber ungeeignet, aus zwei Gründen. Erstens dauert die Bearbeitung laut SCHUFA bis zu vier Wochen, was bei einer laufenden Wohnungssuche zu lang ist. Zweitens enthält sie deutlich mehr Informationen, als ein Vermieter sehen darf, zum Beispiel einzelne Vertragsdaten und Anfragehistorien. Vermieter dürfen diese Version rechtlich gar nicht verlangen. Schickst du sie trotzdem mit, gibst du unnötig viele private Details preis.

3. SCHUFA-Abos wie BonitätsCheck Plus oder Premium

Die SCHUFA verkauft zusätzlich Monatsabos, teilweise für 9,95 bis 24,95 Euro im Monat, die laufende Überwachung, Score-Updates oder Identitätsschutz enthalten. Für eine einmalige Wohnungsbewerbung brauchst du das nicht. Diese Abos sind für Leute gedacht, die dauerhaft ihre Bonität im Blick behalten wollen, nicht für den einmaligen Nachweis gegenüber einem Vermieter. Wenn du beim Bestellvorgang nicht aufpasst, landest du hier versehentlich in einem Abo statt beim Einzelabruf für 3,95 Euro, also beim Checkout genau hinschauen.

So beantragst du die richtige Auskunft online

  1. Gehe auf schufa.de und wähle den Bereich für die BonitätsAuskunft zur Vorlage bei Vermietern, nicht die Datenübersicht.
  2. Registriere dich mit E-Mail-Adresse und persönlichen Daten.
  3. Identifiziere dich per Video-Ident (Ausweis vor die Kamera halten, dauert etwa fünf Minuten) oder per PostIdent in einer Postfiliale, was aber ein bis zwei Tage länger dauert.
  4. Bezahle den Einzelabruf für 3,95 Euro per Kreditkarte oder Lastschrift.
  5. Das PDF steht nach der Identifikation meist sofort zum Download bereit, bei PostIdent nach Eingang der Bestätigung.

Ein Praxistipp: Mach das nicht erst, wenn du schon eine konkrete Wohnung im Auge hast. Beantrage die Auskunft, sobald du mit der Suche anfängst, und leg sie zusammen mit Gehaltsnachweisen, Mieterselbstauskunft und Ausweiskopie als PDF-Bündel bereit. Auf Kleinanzeigen.de etwa werden Wohnungen oft innerhalb weniger Stunden mit über fünfzig Nachrichten überschwemmt, gerade in Städten wie München, Berlin oder Hamburg. Wer bei der ersten Nachricht schon die komplette Bewerbungsmappe anhängt, hebt sich sofort von den Leuten ab, die erst nach der Zusage anfangen, Dokumente zu suchen. Genau hier hilft ein Tool wie Mietando: Es beobachtet Kleinanzeigen für dich rund um die Uhr, entwirft eine persönliche Erstanfrage und verschickt sie über dein eigenes Kleinanzeigen-Konto, sodass du unter den ersten Antworten bist, wenn du schnell reagierst und deine Unterlagen bereits fertig hast.

Wie alt darf die Auskunft sein?

Die meisten Vermieter und Makler akzeptieren eine SCHUFA-BonitätsAuskunft, die nicht älter als drei Monate ist. Manche Hausverwaltungen in stark nachgefragten Städten verlangen sogar maximal vier Wochen. Da die Auskunft ein Ablaufdatum auf dem PDF trägt, lohnt es sich, sie erst zu beantragen, wenn deine Suche aktiv beginnt, statt sie Monate im Voraus zu bunkern und dann erneut zahlen zu müssen.

Was, wenn die Bonitätsklasse schlecht ausfällt

Nicht jede Klasse unterhalb der besten Kategorie bedeutet Ablehnung. Vermieter schauen meist auf das Gesamtpaket: Einkommen im Verhältnis zur Miete (Faustregel: Nettokaltmiete sollte nicht mehr als etwa 30 bis 35 Prozent des Nettoeinkommens ausmachen), unbefristeter Arbeitsvertrag und ein vollständiges Bewerbungspaket. Bei einer mittelmäßigen Bonitätsklasse hilft es oft, zusätzlich einen Bürgen oder eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vorvermieters beizulegen. Ein aktueller Gehaltsnachweis der letzten drei Monate wirkt oft überzeugender als eine makellose SCHUFA allein.

Häufige Fragen

Reicht die kostenlose Datenübersicht nach Artikel 15 DSGVO auch für Vermieter?

Rechtlich dürfen Vermieter diese Version gar nicht verlangen, da sie zu viele Daten enthält. Praktisch nutzt sie dir wenig, weil die Bearbeitung bis zu vier Wochen dauert und das Dokument nicht als übliche Vermieterbescheinigung erkennbar ist. Nutze stattdessen die BonitätsAuskunft für 3,95 Euro.

Kann ich die SCHUFA-Auskunft mehrfach verwenden?

Ja, du kannst dasselbe PDF für mehrere Bewerbungen einsetzen, solange es innerhalb des von Vermietern akzeptierten Zeitraums liegt, üblicherweise drei Monate. Du musst also nicht für jede einzelne Wohnung neu bezahlen.

Was mache ich, wenn ich keine SCHUFA-Auskunft bekomme, weil ich neu in Deutschland bin oder wenig Datenhistorie habe?

In dem Fall lohnt es sich, das dem Vermieter direkt und ehrlich in der Erstanfrage zu erklären und stattdessen mit anderen Nachweisen zu punkten, etwa einem unbefristeten Arbeitsvertrag, einer Gehaltsbescheinigung oder einem Bürgen. Viele Vermieter sind bei nachvollziehbarer Erklärung deutlich kulanter, als man erwartet.